Manchmal entsteht Verständnis nicht durch mehr Worte,
sondern durch ein anderes Hören.
Diese Arbeit beginnt dort,
wo Sprache korrekt ist
und dennoch etwas fehlt.
Wo Gespräche funktionieren
und trotzdem keine Nähe entsteht.
Über Jahre hinweg haben sich für mich Räume geöffnet,
die selten in Lehrbüchern stehen:
Proberäume, Bühnen, fremde Städte,
Orte des Ankommens und Weiterziehens.
Reisen zwischen Sprachen,
zwischen Ländern,
zwischen dem Gefühl von Zuhause und dem Wissen,
dass Zugehörigkeit nie ganz eindeutig ist.
Mehr als ein Jahrzehnt lang war das Hören zentraler als das Sprechen.
Nicht nur Töne,
sondern Zwischentöne.
Spannung.
Timing.
Das, was unausgesprochen bleibt
und dennoch den Raum bestimmt.
Aus dieser Erfahrung ist ein Blick entstanden,
der sich weniger an Nationalitäten orientiert
als an Bewegungen zwischen ihnen.
Nicht eindeutig deutsch.
Nicht eindeutig fremd.
Eher dazwischen.
Gerade dort wird sichtbar,
wie sehr Kommunikation von kulturellen Codes geprägt ist.
Wie Worte reisen können –
und Bedeutungen unterwegs ihre Form verändern.
Wie im Deutschen Sicherheit, Distanz und Verantwortung
oft leiser, strenger, indirekter markiert werden,
als viele es erwarten.
Meine Arbeit widmet sich genau diesem Zwischenraum:
dem Ort,
an dem Sprache auf Kultur trifft
und Zusammenarbeit beginnt – oder stockt.
Manches klärt sich nicht im Text,
sondern im Gespräch.
