Hör auf, wenns am schönsten ist

Kennst du das Sprichwort:

Man soll gehen, wenns am schönsten ist!

Das kannst du auch beim Lernen anwenden.

Ich sage meinen Schülern immer, dass sie zirka 15-20 Minuten pro Tag lernen sollen.

Nun habe ich selber gerade begonnen Spanisch zu lernen.

Ich bin anfangs immer sehr motiviert und ich muss gestehen, dass es mir sehr schwer fällt diese Regel einzuhalten.

Ich meine, wenn ich mich entscheide: Jetzt möchte ich lernen.

Dann beschäftige ich mich oft ungefähr eine Stunde mit den Materialien.

Das Problem dabei ist, dass ich mich so lange damit beschäftige, dass ich am Ende total müde davon bin. Und: “endlich etwas anderes machen will”

Wenn du eine Handlung, oder eine Aktion machst, dann erinnert sich dein Gehirn am nächsten Tag meisten daran, welches Gefühl du am Ende dieser Handlung hattest.

Am nächsten Tag, wenn mir Spanisch lernen in den Kopf kommt, verbindet mein Gehirn das Gefühl damit, welches ich als letztes hatte:

Müde, Überforderung, das lerne ich sowieso nie, u.s.w. (und so weiter)

Und wenn du diese Gefühle und Assoziationen hast, ist es natürlich ziemlich schwierig sich dafür zu motivieren. Am Anfang des Lernprozesses geht das vielleicht noch, aber mit der Zeit, wird es immer schwieriger werden. Besonders, wenn du dich am liebsten jeden Tag motivieren willst.

Jetzt stell dir mal eine andere Situation vor:

Du beginnst zu lernen. Am Anfang ist man meistens noch sehr motiviert.

Du lernst 20 Minuten, lernst neue Wörter, vielleicht ein bisschen Grammatik und dann,

wenn es gerade richtig schön ist, vielleicht hast du auch einen AHA! Moment (ach so funktioniert das!) – legst du alles zur Seite und entscheidest dich dazu morgen weiter zu lernen.

Dein Gefühl ist:

  • Das ist interessant.
  • Ich frag mich, wie das in der Situation funktioniert?
  • Ich möchte mehr darüber wissen.
  • Ich verstehe, wie die Sprache (ein Teil) funktioniert.
  • Ich kann das. Ich verbessere mich.
  • Wenn ich jeden Tag dieses Gefühl habe, werde ich mich immer weiter verbessern.

Alle Gefühle, die dein Gehirn dann also mit Deutsch lernen verbindet, sind komplett positiv.


Und wenn du am nächsten Tag an Deutsch lernen denkst, wird es viel leichter sein, dich zu motivieren, weil es eine schöne Erfahrung ist.

Also:

Kürzer lernen ist effektiver!

Wie lange diese Zeitspanne für dich persönlich ist, musst du selbst herausfinden.

Es wird dir Spaß machen, damit zu experimentieren.

Es lohnt sich, mit dieser Herangehensweise zu beginnen, wenn du gerade eine Pause gemacht hast und einen frischen Kopf hast – zum Beispiel nach einer kleinen Sommerpause.

Ich muss ehrlich gestehen, dass das gar nicht so einfach ist.

Denn wenn du mitten im Lernen steckst, ist es oft schwer den richtigen Punkt zu bemerken.

Aber versuch’s doch mal!

Und sag mir, wie es für dich funktioniert!

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